Dunkles Lagerhaus aus der Vogelperspektive.

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Dark Warehouse

Mit Planung und Automatisierung den Wettbewerbsvorteil sichern

Die Vorstellung ist verlockend: Licht ausschalten, Waren bewegen sich wie von Geisterhand durch Fahrerlose Transport Systeme, Roboter und automatisierte Prozesse von A nach B. Wer dieses Ziel erreicht, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Doch so einfach, wie es klingt, ist es nicht. Wichtig ist dabei, sich zunächst vorzustellen, wie ein Dark Warehouse in der Ideal Welt ausschaut und erst im nächsten Schritt auf die reale Welt zu übertragen – also zu prüfen, was machbar ist, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und wie weit man die Automatisierung tatsächlich treiben kann.

Warum Automatisierung heute wichtiger denn je ist

Viele Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderung: qualifiziertes Personal für Lager und Logistik wird zunehmend schwieriger zu finden. Hohe Fluktuation, Fachkräftemangel und steigende Anforderungen an Prozesssicherheit und Qualität sind Alltag in vielen Lagern. Nach IAB‑Statistiken waren 2025 über 60.000 Stellen in der Lagerlogistik unbesetzt, und rund 43 % der deutschen Unternehmen geben an, erhebliche Schwierigkeiten bei der Rekrutierung zu haben, was den Druck auf die Branche weiter erhöht. Blickt man nur wenige Jahre in die Zukunft, wird diese Situation noch herausfordernder. Angesichts dieser Lage rückt die Automatisierung in Lagern zunehmend in den Fokus – als Schlüssel, um Prozesse effizienter zu gestalten und Mitarbeitende zu entlasten.

Automatisierung ist kein Zukunftsthema mehr – sie ist bereits Realität. Laut einer Studie des MIT und Mecalux setzen weltweit 60 % der Lager KI oder automatisierte Systeme ein, und bei rund der Hälfte der Unternehmen sind mindestens 50 % der Prozesse automatisiert. Gleichzeitig planen etwa 75 % der Logistikunternehmen weitere Investitionen in robotergestützte Lösungen, um Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Der Traum vom Dark Warehouse ist also realistisch, wenn er strategisch und schrittweise umgesetzt wird. Doch nicht jede Lösung passt zu jedem Unternehmen. Die entscheidende Frage lautet: Welche Automatisierungslösungen sind sinnvoll und wirtschaftlich für Ihr Warehouse – und wie holen Sie durch gezielte Investitionen das Maximum heraus?

Der Weg zu einem Dark Warehouse erfordert mehr als Technik – er braucht eine klare Strategie, ein eindeutiges Ziel und passgenaue Lösungen für Ihr Unternehmen. Es ist ein Marathon, kein Sprint: Nur wer Schritt für Schritt vorgeht, erreicht langfristig Effizienz und Automatisierung auf höchstem Niveau.

Phillip Carl, Senior Manager

Der Weg zum Dark Warehouse

Die Planung eines Dark Warehouses erfolgt in zwei übergeordneten Phasen: Analysephase und Umsetzungsphase, die jeweils mehrere Schritte enthalten.

Analysephase

  1. Alle Szenarien berücksichtigen
    Zunächst gilt es, alle aktuellen und zukünftigen Prozesse im Warehouse zu analysieren. Es ist wichtig, sich nicht zu früh auf bestimmte Technologien oder Hersteller festzulegen. Ein zu schneller Fokus auf ein vermeintlich „perfektes System“ kann dazu führen, dass das Warehouse nicht optimal gestaltet wird. Im ersten Schritt geht es darum, die ideale Welt zu skizzieren – wie würde das perfekte Dark Warehouse aussehen? Erst danach wird geprüft, was in der Realität möglich ist.
  2. Schrittweise und lösungsoffen planen
    Arbeiten Sie vom Groben ins Detail: Was wollen Sie erreichen? Welche Prozesse müssen unterstützt werden? Erst danach lohnt sich ein Blick auf den Markt, um passende Anbieter und Technologien auszuwählen. Dabei sollte auch eine Roadmap erstellt werden, die zeigt, wie die Umsetzung Schritt für Schritt erfolgen kann.
  3. Die gesamte Prozesskette betrachten
    Automatisierung darf nicht isoliert, sondern muss als Gesamtsystem geplant werden. Nur ein durchdachter Masterplan gewährleistet, dass alle Abläufe reibungslos ineinandergreifen. So kann später, wenn mehr Budget verfügbar ist oder Technologien günstiger werden, die Automatisierung weiter ausgebaut werden.

Umsetzungsphase

Mitarbeitende einbinden
Die Transformation zu einem Dark Warehouse ist eine Reise, kein Sprint. Langjährige Mitarbeitende sind wertvolle Know-how-Träger. Werden sie nicht eingebunden, kann es zu Widerstand oder Personalverlust kommen. Durch aktive Einbindung und Weiterbildung können Mitarbeitende neue Aufgaben übernehmen und mit dem Wandel wachsen.

Robustheit prüfen
Ein Dark Warehouse muss störungsresistent sein. Was passiert bei Stromausfall, IT-Problemen oder plötzlichen Lieferengpässen? Diese Szenarien müssen von Anfang an in die Planung einbezogen werden, um langwierige Ausfälle zu vermeiden.

Realistisch bleiben
Nicht jeder Prozess lässt sich sofort automatisieren. Unterschiedliche Produktgrößen, Materialien oder Komplexität der Aufgaben erfordern eine abgestufte Automatisierung. Dennoch sollte man versuchen, mit dem vorhandenen Budget das Maximum an Automatisierung zu erreichen. Und selbst wenn heute noch nicht alles möglich ist, kann die Automation in Zukunft weiter ausgebaut werden, sobald Ressourcen oder Technologien verfügbar sind.

Fahrender Roboter mit Karton.

Logistik

Automatisierung

Automatisierungspotenziale identifizieren, Prozesse effizienter gestalten und Engpässe vermeiden.

Zukunft sichern – bevor der Fachkräftemangel zuschlägt

Unternehmen, die heute den Schritt zu automatisierten Lagern planen, sichern sich nicht nur einen Wettbewerbsvorteil, sondern wappnen sich auch gegen den wachsenden Fachkräftemangel. Ein durchdachter Masterplan, der Robustheit, Realismus und Mitarbeitendenintegration berücksichtigt, ist der Schlüssel, um aus der Vision eines Dark Warehouses eine nachhaltige Realität zu machen. So bleibt die Entwicklung flexibel: Später kann bei Bedarf weiter automatisiert werden, wenn mehr Mittel oder neue Technologien zur Verfügung stehen.

Zusammenfassung

Ein Dark Warehouse bietet Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil durch Automatisierung und effiziente Prozesse. Der Weg dorthin erfordert strategische Planung: Zuerst die ideale Welt skizzieren, dann realistisch prüfen, welche Lösungen umsetzbar sind und eine Roadmap erstellen. Dabei sollte das Maximum an Automatisierung innerhalb des vorhandenen Budgets umgesetzt werden, während Mitarbeitende einbezogen und die Gesamtprozesskette betrachtet werden. So bleibt das System robust, zukunftssicher und flexibel für spätere Erweiterungen, wenn mehr Mittel oder neue Technologien verfügbar sind.

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    Portraitbild von Philipp Carl, Geschäftsführer bei Rothbaum

    Philipp Carl

    Senior Manager, München

    Der Diplom-Wirtschaftsingenieur berät seine Klienten in Fragen der Lager- und Logistikplanung sowie Digitalisierung der Logistik (insbesondere im ERP-, WMS- und TMS-Umfeld). Darüber hinaus unterstützt er Kunden auch übergreifend in den Bereichen Operations Management und Strategy.

    Portrait von Nikolai Ruof, Senior Berater bei Rothbaum Consulting Engineers

    Nikolai Ruof

    Senior Berater, München

    Nikolai Ruof ist gelernter Industriemechaniker, studierter Maschinenbauingenieur und Senior Berater im Münchner Rothbaum Office. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen unter anderem in der Lagerplanung, Fabrikplanung und Wertstromanalyse. 

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